Leben

  • 22.11.1922 – Jörg Zink wird auf dem Habertshof bei Schlüchtern-Elm als Sohn von Maria (geb. Geiger) und Max Zink geboren, getauft ist er eigentlich auf den Namen Georg. Der Habertshof ist ein christlicher Bruderhof, dessen Mitglieder weitgehend ohne eigenen Besitz ein Leben nach dem Vorbild der urchristlichen Gemeinden erproben. Jörg Zink ist der jüngste von drei Brüdern.
  • 1925 – Tod der Mutter Maria, sie stirbt an Auszehrung. Jörg ist bei verschiedenen Verwandten untergebracht, unter anderem einige Monate bei seinen Großeltern mütterlicherseits in Wangen im Allgäu.
  • 1926 – Vater Max heiratet Martha (geb. Mahle) aus der bekannten Großindustriellenfamilie und holt seine drei Söhne zu seiner neuen Frau nach Stuttgart. Sie hat bereits einen eigenen Sohn. Sechs Wochen nach der Hochzeit stirbt Max Zink an Tuberkulose.
  • 1927 – Jörg zieht mit seiner neuen Familie nach Ulm. Als Kind und Jugendlicher verbringt er ganze Tage und Wochenenden auf der Schwäbischen Alb. Dort macht er prägende Natur- und Bewusstseinserfahrungen.
  • 1939 – Jörg macht Abitur in Ulm. Als er zum Militär eingezogen wird, geht er zur Ausbildung als Bordfunker nach Budweis in Böhmen.
  • 1940 – Erste Begegnung mit seiner späteren Frau Heidi Daur am Rande einer Tagung des Köngener Bundes.
  • 1942-45 – Einsatz als Bordfunker im 2. Zerstörergeschwader der Luftwaffe. Jörg Zink zieht sich in die Welt der Dichtung zurück und lernt hunderte von Gedichten auswendig.
  • 1944 – Sein Flugzeug wird über dem Atlantik abgeschossen. Wie durch ein Wunder wird er gerettet.
  • 1945 – Ausbildung zum Piloten für die ersten Düsenflugzeuge. Er gerät in amerikanische Kriegsgefangenschaft. Weihnachten 1945 kann er heimkehren. Er leidet an akuter Tuberkulose. Eine heilkundige Tante hilft ihm, die Krankheit zu überwinden.
  • 1946-50 – Jörg Zink studiert Philosophie und evangelische Theologie in Tübingen. Mit einem seiner Brüder wohnt er in einer kleinen Dachwohnung . Seine Lehrer sind Romano Guardini, Eduard Spranger und Helmut Thielicke.
  • 1950 – Heidi Daur und Jörg Zink heiraten. Sie ziehen ins Pfarrhaus der Schwiegereltern in Stuttgart.
  • 1951 – Vikar in Stuttgart. Geburt des Sohns Christoph, er ist Arzt und lebt heute als Autor medizinischer Wörterbücher in Berlin.
  • 1952-55 – Jörg Zink ist theologischer Lehrer am Tübinger Stift. Daneben schreibt er seine Dissertation.
  • 1953 – Die Tochter Angela wird geboren, sie arbeitet heute am Deutschen Rheumaforschungszentrum und ist Professorin für Epidemiologie an der Charité.
  • 1955 – Jörg Zink promoviert bei Helmut Thielicke in Hamburg zum Thema „Der Kompromiß als ethisches Problem“.
  • 1955-57 – Jörg Zink arbeitet als Gemeindepfarrer in Esslingen am Neckar, zugleich ist er Jugendpfarrer des Esslinger Bezirks.
  • 1957 – Die Tochter Monika wird geboren, sie ist Diplom-Sozialpädagogin und arbeitet heute beim Berliner Arbeitslosenzentrum Evangelischer Kirchenkreise.
  • 1957-61 – Jörg Zink wird Leiter des Burckhardthauses in Gelnhausen und Berlin, der Zentrale der EKD für Mädchenarbeit. Er hat viele Kontakte zur kirchlichen Jugendarbeit in der DDR und ist auch für Flüchtlinge aus der „Ostzone“ zuständig. Er beginnt mit der Übersetzung biblischer Texte, weil er feststellt, dass Jugendliche keinen Zugang zur Luthersprache finden.
  • 1961-80 – Fernsehbeauftragter der Württembergischen Landeskirche im Süddeutschen Rundfunk. Seine Arbeitsfelder umfassen Presse, Bild, Ton und Film. In vielen Bereichen ist er Pionier. Das Wort zum Sonntag spricht er über hundert Mal. Er dreht Dokumentarfilme, gestaltet Radiosendungen, arbeitet an Spielfilmen mit. Diaserien über den Nahen Osten entstehen. Parallel wird er durch Bücher bekannt, die einen direkten Zugang zur Gestalt Jesu ermöglichen wollen oder elementare Dinge des Glaubens in zeitgemäßer Sprache aufschließen.
  • 1961 – Jörg Zink zieht mit seiner Familie nach Stuttgart.
  • 1962 – Die dritte Tochter Lina Cordula wird geboren, sie ist Diplom-Kulturwissenschaftlerin und arbeitet heute als Künstlerin und Heilpraktikerin für Psychotherapie in der Nähe von Hildesheim.
  • 1965 – Familie Zink bekommt von einem Onkel eine Wiese in Möhringen bei Stuttgart als Bauplatz für ein eigenes Haus. Jörg Zink entwirft es weitgehend selbst.
  • 1969 – Erste Bibelarbeit auf dem Deutschen Evangelischen Kirchentag.
  • 1970-80 – Jörg Zink unternimmt insgesamt 25 Reisen in den Nahen Osten, teilweise mit seiner Frau, als Leiter von Reisegruppen und häufig mit einem Filmteam.
  • 1972 – Jörg Zink gründet mit anderen Familien die Jugendfarm „Haldenwiese“ bei Möhringen. Dort leben Kinder mit und ohne Behinderung im Kontakt mit Pferden und anderen Tieren. Die Jugendfarm wird weitgehend in Eigenverantwortung von den Jugendlichen organisiert.
  • 1976 – Großvater Daur stirbt.
  • 1980 – Jörg Zink engagiert sich öffentlich in der Friedensbewegung. Er ist Gründungsmitglied der Grünen Partei.
  • 1983 – Jörg Zink lässt sich als Pfarrer der Württembergischen Landeskirche beurlauben, um unabhängig wirken zu können. Bis zu seinem Ruhestand lebt er als freier Publizist.
  • 1988 – Drei Enkelkinder werden geboren.
  • 1991 – Großmutter Daur stirbt.
  • 1997 – Geburt des vierten Enkelkinds.
  • 1980 bis 2016 – Die Zeit des Schreibens. Jörg Zink verfasst viele große theologische Bücher und macht sich darin für eine politische Mystik stark, genauso für ein glaubwürdiges Christentum, eine erfahrbare Spiritualität, einen direkten Zugang zu der Gestalt des Jesus von Nazaret und den interreligiösen Dialog. Daneben entstehen auch viele kleinere Bücher mit spirituellen Gedanken für den täglichen Gebrauch, viele sind auch mit Fotografien ausgestattet, die Jörg Zink selbst aufgenommen hat. Daneben bleibt er auf dem Evangelischen Kirchentag bis 2011 präsent.
  • 9.9.2016 Jörg Zink verstirbt im Alter von 93 Jahren
rss feed
Share