Den Feind lieben!

Obwohl heute nicht wenige sagen, manches Unrecht sei nur mit Waffengewalt zu bekämpfen, betont Jörg Zink in einem Beitrag für die Weihnachtsausgabe 2014 der Zeitschrift des Wiener Stephansdoms (Seite 8) den Auftrag der Bergpredigt Jesu:

Die Liebe zum Feind ist Voraussetzung für den Frieden

Die Bergpredigt gilt bei vielen als Beispiel unerreichbar hoher Moral, und es heißt, man könne mit ihr die Welt nicht regieren. Gut möglich, dass „man“ es nicht kann. Aber wir, die nach Jesus Christus heißen, könnten vielleicht erkennen, dass es nicht um Moral geht, wenn Jesus sagt: „Liebt eure Feinde! Betet für eure Verfolger! So werdet ihr Töchter und Söhne sein eures Vaters im Himmel.“, denn er meint eine Befreiung: die Befreiung vom Zwang, wie selbstverständlich dem Feindlichen feindlich und der Gewalt gewaltsam zu begegnen. Weiterlesen

Die vier großen Aufgaben unserer Zeit

Der Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg, Winfried Kretschmann, würdigte in einer Feierstunde am 13. Februar 2015 das Lebenswerk von Jörg Zink und verlieh ihm den Ehrentitel Professor. Der Geehrte bedankte sich unter anderem mit diesen Worten:

… Als ich im vergangenen Herbst von der hohen Ehre erfuhr, die Sie, lieber Herr Kretschmann, mir zuteil werden lassen, waren wir alle im Haus überrascht und natürlich erfreut. Mich selbst brachte freilich die unerwartete Nachricht zunächst ins Grübeln: »Professor«? – stand mir so ein prächtiger Titel überhaupt zu? Weiterlesen

»Wir brauchen ein weltweites Friedenskonzil«

Zum Kirchentag 1983 in Hannover veröffentlichte Jörg Zink – unter dem Eindruck des Widerstands gegen Aufrüstungspläne in Westeuropa – diesen Aufruf in der Zeitschrift »Publik-Forum«. Auf dem Kirchentag 1985 in Düsseldorf wurde der Gedanke durch Carl Friedrich von Weizsäcker als Resolution eingebracht und in den Folgejahren in einer Reihe ökumenischer Konferenzen und »Friedenskonvokationen« weiter erörtert. In der Sache hat sich trotzdem seit dreißig Jahren so gut wie nichts verändert, religiös motivierte Gewalt und auch von manchen Christen verteidigte Kriege haben weltweit eher zugenommen: Die Aufgabe bleibt gestellt.  Weiterlesen

Wie politisch darf ein „Wort zum Sonntag“ sein?

Der Aufsatz von Jörg Zink beschreibt ein bis heute sehr aktuelles Thema. Er erschien 1978 in einer Festschrift zum 70. Geburtstag seines ehemaligen Doktorvaters, des Hamburger Theologen Helmut Thielicke.

Wie politisch darf ein „Wort zum Sonntag“ sein?
Gesichtspunkte für den Beitrag der Kirche im Fernsehen

Fußball und Folter

25. Juni 1977. Es war ein Musterfall. Die Fußballwelt begann nach Argentinien zu blicken. Ein Arzt sprach das „Wort zum Sonntag“: Ob es nicht Anlass zu geistlichem Nachdenken gebe, dass ein Land wie Argentinien unseren Herzen so nahe sei, wenn dort Fußball gespielt werde – so nahe, als liege es nebenan –, und dasselbe Land hinter dem Mond liege, wenn dort die Opfer von Gewalt, Folter und Menschenverachtung nach uns schrien? Ob der Fußball da keine Mission habe? Weiterlesen

Predigt über »Verantwortung«

Dieses »Wort zum Sonntag« hielt Jörg Zink am 14. Oktober 1977. Terroristen hatten die Lufthansa-Maschine »Landshut« nach Somalia entführt und drohten mit der Erschießung aller Geiseln am folgenden Morgen.

In dieser Nacht werden wohl Entscheidungen fallen, die, wie immer sie lauten mögen, lange, schwere Schatten in die Zukunft werfen. In der Anfangszeit dieses Entführungsfalls fiel im Bundestag das Wort, es komme darauf an, nichts zu versäumen und nichts zu verschulden. Diese Formulierung hat mich seitdem begleitet; denn sie ist gut; sie beschreibt die Spannung zwischen Entschlossenheit und Beharrungsvermögen, die uns nottut. Nichts versäumen und nichts verschulden. Weiterlesen

Begegnung mit dem leisen Gott

Meditation über 1. Könige 19,9-15
Dr. Jörg Zink auf dem Katholikentag 2004 in Ulm
Predigtpreis 2004 für sein Lebenswerk

Und er kam dort in eine Höhle und blieb dort über Nacht. Und siehe, das Wort des Herrn kam zu ihm: Was machst du hier, Elia? Er sprach: Ich habe geeifert für den Herrn, den Gott Zebaoth; denn Israel hat deinen Bund verlassen und deine Altäre zerbrochen und deine Propheten mit dem Schwert getötet, und ich bin allein übrig geblieben, und sie trachten danach, dass sie mir mein Leben nehmen … Weiterlesen

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